Bronze zum DM-Debüt: B-Jugend der BSG sorgt in Lübeck für einen Überraschungserfolg

Acht Pins. Mehr Vorsprung blieb am Ende nicht zwischen den Mädchen und der Bronzemedaille. Sechs Spiele lang hatte das gemeinsame Team aus Baden und Schleswig-Holstein bei der Deutschen Meisterschaft der B-Jugend in Lübeck gegen die Brandenburgerinnen angekämpft. Im letzten Wurf, im letzten Frame stand fest: Beide Karlsruherinnen stehen zum DM-Debüt auf dem Treppchen.

Lübeck als Bühne

Vom 14. bis 17. Mai 2026 versammelten sich 75 der besten Nachwuchsspielerinnen und -spieler Deutschlands in der Bowling World Lübeck. Auf dem 48 Fuß langen Ölbild „Great Wall of China“ — einem anspruchsvollen Muster, das saubere Linien und konstante Wurfqualität verlangt — kämpften die Teilnehmenden vier Tage lang um die Titel im Einzel, Doppel, Team, in der All-Event-Wertung (Gesamtwertung aus Einzel, Doppel und Team) und im abschließenden Masters, in dem die jeweils besten zwölf Mädchen und Jungen der All-Event-Wertung im K.-o.-System gegeneinander antreten.

Für den Landesverband Baden gingen Lina Jolie Aydin und Marleen Müller in der weiblichen B-Jugend an den Start — beide spielen bei der BSG Karlsruhe. Bei den Jungen ging zudem Paul Anton Heck für Baden an den Start. Für alle drei war es die erste Deutsche Meisterschaft.

Erste Eindrücke gegen die deutsche Spitze

Im Einzel setzte Lina mit einem 182er-Spiel das erste Ausrufezeichen — eine Hausnummer, die zeigte, dass sie im Konzert der Besten mithalten kann. Über sechs Spiele kam sie auf 872 Pins (Schnitt 145,33) und Rang 27 von 33. Marleen sammelte 748 Pins (Schnitt 124,67), ihr persönliches Top-Spiel: 147.

Paul war einer der jüngsten Teilnehmer der gesamten Meisterschaft. Schon die Qualifikation für die DM ist für jeden Starter ein Erfolg — für Paul stand in Lübeck vor allem im Vordergrund, Erfahrung für die kommenden Meisterschaften zu sammeln. Mit einem 157er-Spiel eröffnete er seinen Wettbewerb und beendete das Einzel mit 759 Pins — ein Auftritt, der Lust auf mehr macht.

Im Doppel zeigten Lina und Marleen, was im Team möglich ist. Mit 1.748 Pins belegten sie Rang 16 von 17 — und Lina krönte ihre Serie mit einem 194er-Spiel zum Abschluss, das Hoffnung auf den Team-Wettbewerb weckte.

Bronze-Erfolg im Team-Wettkampf

Weil weder Baden noch Schleswig-Holstein im weiblichen Bereich genug Spielerinnen für eine eigene Mannschaft stellen konnten, wurden die Teams kombiniert. Das gemeinsame Team Baden/Schleswig-Holstein bestand aus Leonie Glüsing (BSC Cosmos RD), Mia-Sophie Gläfke (BC Blau-Weiss), Marleen und Lina. Im Team-Wettbewerb, der in Trio-Mannschaften gespielt wurde, war Marleen als Ergänzungsspielerin aufgestellt: Sie spielte auf derselben Bahn mit, ihre Würfe gingen jedoch nur in die All-Event-Wertung ein. Bei einer Schwächephase oder Verletzung wäre sie eingewechselt worden.

Nach drei von sechs Spielen sah es nicht nach Edelmetall aus. Das Team lag mit 1.491 Pins auf Rang vier und damit 26 Pins hinter dem Bronze-Rang, den Brandenburg mit 1.517 Pins beanspruchte. Für die zweite Hälfte wurden die Bahnen so eingeteilt, dass der zur Pause Drittplatzierte aus Brandenburg und das Baden/SH-Team auf einer Doppelbahn direkt nebeneinander spielten. Drei Spiele Schlagabtausch im direkten Duell — Strike um Strike, Spare um Spare, jeder Wurf vor den Augen der Konkurrenz.

Spiel vier hatte einen Namen: Mia-Sophie Gläfke warf 254 Pins, das zweithöchste Damen-Spiel der gesamten Meisterschaft. Das Team legte 563 auf die Bahnen, Brandenburg nur 515. Mit einem Schlag stand Baden/SH plötzlich auf Rang zwei der Gesamtwertung — Berlin hatte im selben Spiel nur 443 Pins zusammenbekommen. Bayern war an der Spitze bereits enteilt, doch dahinter wurde es plötzlich richtig eng.

Diese Anspannung war nicht nur den Spielerinnen anzumerken, sondern auch den Eltern, Trainern und Betreuern, die mit größtem Einsatz anfeuerten. „Ein Spare auf der Bowlingbahn, Sha-la-la-la-la!“, „Auf geht’s, Mädels, kämpfen!“ — die Fan-Gesänge hallten durch die Halle und gaben den Spielerinnen genau den Rückenwind, den sie in dieser Phase brauchten. Lina hielt im fünften Spiel mit ihrem persönlichen Team-Bestwert von 165 Pins dagegen.

Vor dem letzten Spiel führte Baden/SH knapp. Brandenburg warf zum Abschluss noch einmal 466 Pins und holte tatsächlich 17 Pins auf — doch es reichte nicht. Endstand: 2.964 zu 2.956 Pins. Bronze für Baden/SH, mit exakt acht Pins Vorsprung. Gold ging an Bayern (3.197), Silber an Berlin (3.152).

Selbstvertrauen im Gepäck — Wildau ruft

Die drei Debüt-Starter verließen Lübeck mit vielen Eindrücken im Gepäck. Erste DM, riesige Konkurrenz, vier Tage volle Konzentration — und am Ende mit einer Medaille belohnt. Was bleibt, ist Selbstvertrauen aus dem Bewusstsein, mit der nationalen Spitze auf einer Bahn mithalten zu können. Was bleibt, ist auch ein klarer Blick darauf, woran in den kommenden Monaten zu arbeiten ist: Konstanz über sechs Spiele, Spares unter Druck, der Umgang mit anspruchsvollen Ölbildern.

Die nächste DM steht 2027 im Bowlingcenter A10 in Wildau bei Berlin auf dem Programm. Die BSG Karlsruhe darf gespannt sein, was ihre Talente dort abrufen.

Alle Ergebnisse, weitere Fotos und Infos gibt es auf der offiziellen DBU Seite zu den Deutschen Meisterschaften 2026 Jugend B.